Risiken der bariatrischen Chirurgie

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Risiken der bariatrischen Chirurgie

Jeder chirurgische Eingriff ist mit Risiken verbunden. Auch die bariatrische Chirurgie, die weltweit zur Behandlung schwerer Adipositas eingesetzt wird, stellt eine große operative Maßnahme dar, bei der potenzielle Komplikationen berücksichtigt werden müssen.

Vor einer Entscheidung für den Eingriff wird daher eine umfassende ärztliche Aufklärung empfohlen. In einem strukturierten Gespräch werden Nutzen und Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen, um eine informierte und sichere Entscheidungsfindung zu ermöglichen.

Blutgerinnsel (Thrombose und Embolie)

Nach bariatrischen Eingriffen werden routinemäßig Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe durchgeführt. Dazu zählen unter anderem das Tragen von Kompressionsstrümpfen sowie die Gabe gerinnungshemmender Medikamente.

Trotz dieser Vorsorgemaßnahmen kann das Risiko für Blutgerinnsel nicht vollständig ausgeschlossen werden. Thrombosen treten überwiegend in den tiefen Beinvenen auf, seltener kommt es zu einer Lungenembolie.

Als mögliche Warnsignale gelten Schmerzen, Druckempfindlichkeit oder Schwellungen im Unterschenkel, Rötung oder Wärmegefühl im Bein sowie plötzliche Atemnot, Brustschmerzen oder Schwindel. Beim Auftreten entsprechender Symptome wird eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich.

Wundinfektionen

Während der postoperativen Wundheilung kann es in Einzelfällen zu Infektionen im Bereich der Operationsschnitte kommen. Diese zählen zu den häufigeren, in der Regel jedoch gut behandelbaren Komplikationen.

Typische Infektionszeichen sind zunehmende Schmerzen im Wundbereich, Rötung, Überwärmung, Schwellung sowie der Austritt von Wundsekret oder Eiter. In solchen Fällen wird meist eine antibiotische Therapie eingeleitet, um eine Ausbreitung der Entzündung zu verhindern.

Mechanische Komplikationen

Abhängig vom gewählten Verfahren können mechanische Komplikationen auftreten. Diese sind selten, müssen jedoch frühzeitig erkannt werden.

Beim Magenband kann es in Einzelfällen zu einem Bandverrutschen kommen. Dies kann sich durch anhaltendes Sodbrennen, Übelkeit oder Erbrechen äußern und erfordert gegebenenfalls einen korrigierenden Eingriff.

Nach einem Schlauchmagen oder Magenbypass können selten Undichtigkeiten (Leckagen) an den chirurgischen Nahtstellen auftreten. Gelangt Mageninhalt in den Bauchraum, können schwere Infektionen entstehen. Zu den Alarmsymptomen zählen Fieber, beschleunigter Herzschlag, zunehmende Bauchschmerzen oder Schüttelfrost; in solchen Situationen ist eine sofortige medizinische Behandlung notwendig.

Ein weiterer möglicher Befund ist ein Darmverschluss (Ileus), der durch Narbengewebe oder unzureichend gekaute Nahrung begünstigt werden kann. Um diesem Risiko vorzubeugen, wird eine sorgfältige Nahrungsaufnahme mit gründlichem Kauen empfohlen.

Langzeitfolgen: Mangelernährung und Gallensteine

Durch die veränderte Nährstoffaufnahme nach bariatrischen Eingriffen besteht langfristig das Risiko einer Mangelernährung. Vitamine und Mineralstoffe können vom Körper nicht mehr ausreichend resorbiert werden.

Mögliche Mangelsymptome sind Müdigkeit, blasse Haut, Haarausfall oder neurologische Missempfindungen. Aus diesem Grund wird in der Regel eine lebenslange Supplementierung von Vitaminen und Spurenelementen sowie eine regelmäßige labormedizinische Kontrolle empfohlen.

Darüber hinaus kann es infolge des raschen Gewichtsverlusts zur Bildung von Gallensteinen kommen. Diese können kolikartige Schmerzen verursachen und machen in manchsen Fällen eine operative Entfernung der Gallenblase erforderlich.

Ein Hinweis zum Sterberisiko

Wie bei jeder größeren Operation unter Vollnarkose besteht auch bei der bariatrischen Chirurgie ein Restrisiko für schwerwiegende Komplikationen bis hin zum Todesfall.

Nach aktuellen Daten aus Deutschland ist das operationsbedingte Sterberisiko jedoch sehr gering und tritt nur in seltenen Ausnahmefällen auf. Dennoch wird empfohlen, dieses Risiko im Rahmen der individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung angemessen zu berücksichtigen.

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