In der modernen Medizin stehen verschiedene bariatrische Operationsverfahren zur Verfügung, um Adipositas chirurgisch zu behandeln. Nahezu alle Methoden werden heute minimalinvasiv in laparoskopischer Technik und unter Vollnarkose durchgeführt.
Dabei werden mehrere kleine Hautschnitte gesetzt, über die chirurgische Instrumente sowie eine Kamera in den Bauchraum eingeführt werden. Obwohl der operative Zugang bei den Verfahren ähnlich ist, unterscheiden sich die Wirkmechanismen der einzelnen Methoden deutlich.
Operationsverfahren im Detail
Im Folgenden werden die am häufigsten eingesetzten bariatrischen Verfahren dargestellt, die abhängig von individueller gesundheitlicher Ausgangslage und medizinischer Indikation angewendet werden.
Magenband (Gastric Banding)
Beim Magenband wird ein verstellbares Silikonband um den oberen Anteil des Magens gelegt, wodurch ein kleiner Vormagen (Pouch) entsteht. Aufgrund des geringen Füllvolumens tritt das Sättigungsgefühl frühzeitig ein.
Das Band ist über einen unter der Haut liegenden Port regulierbar, sodass der Durchmesser ohne erneuten operativen Eingriff angepasst werden kann. Die erste Nachjustierung erfolgt in der Regel vier bis sechs Wochen nach der Operation; aufgrund begrenzter Langzeiterfolge wird dieses Verfahren heute nur noch selektiv eingesetzt.
Magenbypass
Der Magenbypass gilt als eines der etablierten Standardverfahren der bariatrischen Chirurgie. Dabei wird ein kleiner Magenanteil abgetrennt und direkt mit dem Dünndarm verbunden, während der restliche Magen umgangen wird.
Durch die Kombination aus restriktiven und malabsorptiven Effekten wird eine frühere Sättigung erreicht und gleichzeitig die Aufnahme von Kalorien und Nährstoffen reduziert.
Schlauchmagen (Sleeve-Gastrektomie)
Bei der Schlauchmagen-Operation wird ein großer Teil des Magens dauerhaft entfernt, sodass ein schlauchförmiger Restmagen verbleibt. Das deutlich reduzierte Magenvolumen begrenzt die Nahrungsmenge und fördert ein rasches Sättigungsgefühl.
Dieses Verfahren wird häufig angewendet und zeichnet sich durch eine wirksame Gewichtsreduktion bei vergleichsweise überschaubarer operativer Komplexität aus.
Magenballon (intragastrischer Ballon)
Der Magenballon stellt keinen chirurgischen Eingriff im engeren Sinne dar. Ein befüllbarer Ballon wird im Rahmen einer Gastroskopie in den Magen eingebracht und nimmt dort einen Teil des Volumens ein.
Da es sich um eine temporäre Maßnahme handelt, verbleibt der Ballon in der Regel maximal sechs Monate im Körper. Diese Methode wird vor allem zur kurzfristigen Gewichtsreduktion oder als vorbereitende Maßnahme eingesetzt.
Biliopankreatische Diversion
Die biliopankreatische Diversion ist ein besonders stark wirksames, jedoch auch komplexeres Verfahren. Der Dünndarm wird so umgeleitet, dass Verdauungssäfte erst spät mit der Nahrung zusammentreffen.
Dadurch kommt es zu einer ausgeprägten Malabsorption, die eine intensive Nachsorge erforderlich macht. Aufgrund des erhöhten Nebenwirkungsprofils wird diese Methode nur bei streng ausgewählten Patientinnen und Patienten angewendet.
Vergleich: Welches Verfahren ist das beste?
Eine pauschale Empfehlung für das „beste“ Operationsverfahren kann nicht ausgesprochen werden, da jede Methode spezifische Vor- und Nachteile aufweist.
In der klinischen Praxis zeigt sich, dass mit Schlauchmagen und Magenbypass häufig ein stärkerer und schnellerer Gewichtsverlust erzielt wird als mit dem Magenband, während Letzteres prinzipiell reversibel ist. Das individuelle Risikoprofil, Begleiterkrankungen und langfristige Therapieziele sind entscheidend für die Wahl der Methode.
Die Beurteilung vor der Operation
Vor Planung eines bariatrischen Eingriffs wird eine umfassende präoperative Evaluation in einer spezialisierten Fachklinik durchgeführt. Ziel ist es, die Eignung und Sicherheit der Operation individuell zu beurteilen.
Zu den Untersuchungen zählen körperliche Diagnostik wie Blutuntersuchungen, bildgebende Verfahren sowie eine detaillierte Analyse des Ernährungsverhaltens. Ergänzend wird eine psychologische Einschätzung vorgenommen, um Erwartungen und langfristige Therapiebereitschaft zu bewerten.
Häufig wird vor der Operation eine kalorienreduzierte Vorbereitungsdiät empfohlen, um die Lebergröße zu reduzieren und den operativen Ablauf zu erleichtern.